Auf der Spur des Sascha Kolowrat

Nur zwei Jahre nach der Löschung der Firma Laurent und Klement aus dem Handelsregister starb am 04. 12. 1927 Alexander Graf Kolowrat. Er hatte die Fahrzeuge dieser Firma berühmt gemacht.

„Sascha“, wie er überall genannt wurde war ein Angehöriger des bekannten alten tschechischen Adelsgeschlechts. Er war intelligent, ehrgeizig und trotzdem bescheiden in seinem Auftreten, gewann durch seine sympathische Art die Herzen der Menschen und war ein hervorragender Sportler. Die moderne Technik war sein Steckenpferd. Er begann mit Radfahren, stieg dann um auf Motorradfahren und schließlich wurde der Automobilsport zu seiner Passion. Sein Vater, Leopold Graf Kolowrat war Vizepräsident des österreichischen Automobilclubs. Kolowrat senior wusste genau, von wem der junge Mann sein Temperament geerbt hatte. Als Vater Kolowrat seinen Rivalen in einem Duell erschossen hatte, musste er nach Amerika fliehen. Auf Kuba heiratete er die Tochter des Zigarrenkönigs Upmann. Wie man sieht, ist „Sascha“ wie seine Vorfahren heißblütig.

Die schönsten Jahre seines Lebens verbrachte Kolowrat im Automobilwerk Laurin & Klement. Deshalb ist er nach dem Krieg oft mit einem Sportwagen der Marke Austro-Daimler aus Wien nach Mlada Boleslaw und Prag zurückgekehrt. Aber der Marke Laurin und Klement ist er nie untreu geworden. 1921 bestellte er zwei Sportwagen des Typs Mh mit modifizierten oben hängenden Ventilen und zweifacher Zündanlage die in Mlada Boleslaw produziert wurden. Anfang der zwanziger Jahre finanzierte Kolowrat den Bau eines Sportwagens mit kleinerem Hubraum, der nach ihm benannt wurde. Das sehr erfolgreiche Modell wurde 1922 durch das Autorennen „Targa Florio“ berühmt. Bei der Entwicklung dieses Fahrzeuges war auch der legendäre Konstrukteur Ferdinand Porsche beteiligt.

Nach der Heirat mit der russischen Fürstin Trubecka war es etwas ruhiger um ihn geworden. Er zog sich etwas in den Hintergrund zurück und widmete sich seiner zweiten großen Leidenschaft, dem Film. Als er an einem Treffen der tschechischen Biographen nicht teilnahm, stellte sich heraus, dass er unter Gelbsucht litt. Er verstarb im Alter von 41 Jahren an Krebs.

Der Tod von Sascha Kolowrat besiegelte symbolisch auch das Schicksal der Firma Laurent und Klement. Damit wurde die Geschichte des traditionsreichen Werkes beendet, welche oft mehr an ein Märchen mit einem glücklichen Ende, als an ein dramatisches Schicksal erinnerte. Mit diesem Mann verging die Zeit, in denen sich alle mit Namen kannten und das Werk von einer familiären Atmosphäre geprägt war.

Die Wahrheit jedoch ist, dass diese Zeit schon längst vergangen war. Das Werk hatte sich längst in eine Fabrik mit vielen namenlosen Gesichtern verändert. Dies wurde vielen aber erst nach dem Tod von Kolowrat bewusst.

 

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