Der Sascha und die Rennerfolge

Nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigte sich Ferdinand Porsche wieder mit der Konstruktion eines Rennwagens. Die Idee lieferte ein alter Freund, Graf Alexander „Sascha“ Kolowrat. Graf Kolowrat hatte vor dem Ersten Weltkrieg für die Firma Laurin und Klement erfolgreich an Rennen mit Motorrädern und Automobilen teilgenommen. Graf Kolowrat war passionierter Autosportler und Ferdinand Porsche sollte ihm einen kleinen wendigen Wagen für Rennzwecke bauen.

Ursprünglich sollte dieser neue Wagen einen wassergekühlten 4-Zylindermotor mit 1.098 ccm (68 cm Bohrung mit 75 cm Hub) und obenliegender Nockenwelle bekommen. Das Gewicht von 775 kg erschien – obwohl für damalige Verhältnisse sehr leicht - Ferdinand Porsche für eine erfolgreiche Teillnahme an Rennen dennoch zu schwer, und er konstruierte weiter. Er baute den Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und senkte das Gewicht auf nur 598 kg. Der für Rennzwecke bestimmte Typ ADS R war fertig. Er ging als „Sascha“ in die Geschichte des Automobilrennsports ein. Der erste Start dieses neuen kleinen Rennwagens erfolgte am 2. April 1922 bei der Targa Florio, dem berühmt-berüchtigten Rennen in den Bergen Siziliens. Es war dies gleichzeitig der erste Start eines Austro-Daimler-Wagens bei einem Rennen nach dem Weltkrieg.

Bei der Targa Florio mußte auf schlechten Straßen, die teilweise nur aus Schotter bestanden, ein 108 km langer Rundkurs viermal durchfahren werden, und das mit insgesamt 6.000 Kurven. Die Steigungen betrugen bis zu 12,5%. Alexander „Sascha“ Kolowrat über dieses Rennen: „Wer das nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wird sich kaum eine richtige Vorstellung machen können. Auch die besten Reifen waren nach zwei Runden glatt durchgescheuert. Das bekannte Schlagwort von den mörderischen Kehren der Targa Florio beruht sicher auf keiner Übertreibung. Den Pneumatiks wird hier eine doppelte Beanspruchung zugemutet, einmal beim Bremsen vor der Kurve und dann beim raschen Wiederlosfahren, wobei häufig die Wagenräder wie toll am Boden schleifen“.

In der Kategorie I, Serienwagen bis 1.100 ccm, starteten Fritz Kuhn und Lambert Pöcher. Die Motoren in den beiden Wagen des Typs „Sascha“ waren die kleinsten und schwächsten der ganzen Konkurrenz, aber die Fahrzeuge waren in den vielen Kurven in den Bergen Siziliens wendig und Kuhn und Pöcher grandiose Fahrer: Nach 8 Stunden, 19 Minuten und 48 Sekunden siegte Fritz Kuhn vor Lambert Pöcher (8 Stunden, 20 Minuten und 37 Sekunden).

Auch Alfred Neubauer war auf einem „Sascha“ im Rennen, startete jedoch in der großen Rennwagenkategorie und blieb mit einer um nur 8 km/h geringeren Durchschnittsgeschwindigkeit hinter den um viermal stärkeren Autos dieser Klasse.Alexander „Sascha“ Kolowrat selbst schied bei diesem Rennen aus. Von 42 gestarteten Wagen erreichten nur 26 das Ziel.

Alexander Sascha Kolowrat mit seinen Freunden

Start und Ziel Schwabenbergrennen, Ungarn, 10. Oktober 1922

Zeichnungen beider Fahrzeuge, "Sascha"

 

 

 

 

KONTAKT

AMVC Český les
Nová Ves 14
348 06 Třemešné
IČO: 750 04 824
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 
Antonín Hofmeister
Nová Ves 14, 348 06 Třemešné
tel.: +420 733 329 495
 
Ing. Vladislav Průcha
tel.: +420 603 344 423

©2017 AMVC Český les